Sonntag, 11. September 2011

Urlaubsenddepression

Nachdem wir während der Fahrt froh waren, unseren Blog wenigstens mit Text füttern zu können, war es nun nach der Heimfahrt an der Zeit, die einzelnen Posts mit Bildern zu versehen. Es mag sich also lohnen, manche Posts noch einmal anzusehen ;)

Zum Abschied gab es dann noch ein gemeinsames Foto mit unserer Cheffin "DAS ARME PFERD":

Gruppenbild mit Dame
Danke Isa!
Tiru

Feierabendrituale

Der Mensch braucht Rituale. Das Pferd auch.

Und so wie wir jeden Abend nach dem Ausschirren die gute alte Tradition des Anlegebiers gepflegt haben, hat auch Isa ihrem Ritual gefrönt: einmal kräftig im Gras wälzen!
Gutmütige Zungen behaupten ja, das sei, um den Schweiß des Tages abzuwaschen und um die doofen Fliegen fernzuhalten.
Wir wurden jedoch den Verdacht nie los, dass Isa das vor allem deshalb getan hat, damit wir hinterher und am nächsten Morgen auch ja ordentlich was zu tun haben beim Striegeln...

Verzückte Grüße
Tiru

Pferde mit Hüten

Nachdem wir ja nun seinerzeit schon über Männer ohne Hüte und Männer mit Hüten philosophiert haben, wollte natürlich auch unsere Isa nicht hintenan stehen und hat für uns eine kleine Modenschau gemacht.

Der verwegene Look









Fehlt nur noch die Zigarre im Mundwinkel...
Ganz damenhaft!

















Hat sie nicht ganz klar ein Hutgesicht?
Tiru

Samstag, 10. September 2011

Die Reise im Kurzdurchlauf

Die letzte Pausenstation ist erreicht. Die Sonne strahlt, Postkartenhimmel und ein schönes schattiges Plätzchen. Bei der Aussicht auf die Heimfahrt hat Isa zum Beginn der heutigen Etappe alles gegeben. Nix mehr mit der "DAS ARME PFERD"-Masche.
In unserem Reisebericht fehlen allerdings die Fakten, sprich z. B. unsere Route.
Die Fahrt begann in Fontenois la Ville und führte uns nach La Scie Gougette auf einem Bauernhof mit Farmrestaurant. Lecker gegessen im bäuerlichen Speisesaal, gut gewohnt, prima Weide für Isa.
Der nächste Tag führte nach La Basse Vaivre zu Raymonde und Claude. Auch dies ist ein Bauernhof, bei dem wir leckere Hausmannskost und die Gesellschaft des Gastgebers im Wintergarten genießen durften. Parkplatz für den Wagen und die Weide fürs Pferd allesamt prima!
Es folgte die Etappe zum ehemaligen Kloster Droiteval, ein verwunschener Ort mit viel "rotten charme" und jede Menge Kunst. Es folgte ein weiteres wunderbares Abendessen im Garten. Die Weide für Isa war ein bißchen klein, aber dafür durfte sie die ersten beiden Stunden neben uns frei den Rasen mähen.
Der nächste Tag führte uns nach Le Peu D'Aquet, einem richtigen Bauernhof mit einer resoluten Bäuerin, einem gepflegten Nutzgarten und eine Pferdeweide bis zum Horizont. Hier wurde zwar nicht für uns gekocht, aber wir hatten freie Auswahl fürs Barbeque. Und der Höhepunkt des etwas regnerischen Abends war ein großes heimeliges Kaminfeuer.
Das letzte Ziel vor der heutigen Rückkehr war La Manufacture - ein grandioses altes Fabrikgelände einer königlichen Weißblech-Manufaktur des 18. Jahrhunderts. Der Ort versprüht viel Charme und bietet dem Denkmalpfleger reichlich original überlieferte Architektur und Details.... ^^
Das Abendessen gab es in der Küche, was zwar nicht das angekündigte Restaurant war, aber die Gastfreundschaft des lothringischen Gastgebers und seiner temperamentvollen italienischen Frau hat kaum ein Restaurant zu bieten. Und das Essen..... Die ganzen Wege neben dem Wagen vergebens, denn dieses Essen hat alle Pfunde wieder auf die Hüften zurück gebracht. Und dabei haben wir schon auf die Pasta verzichtet!
Ja und nun gehts zurück zu Isas Heimatweide - wahrscheinlich gibt sie auf den letzten Metern nachher nochmal full speed!

Es blickt zurück
Orsina

Von Pferden und Booten

Wir haben aber festgestellt, dass Pferde auch wie Boote sind: man muss sie überall anbinden, und die Einparkmanöver beim Anschirren sind ähnlich kompliziert wie manche schmale Hafeneinfahrten...
Fehlen nur die Fender an Isas Flanken ;)
Tiru

Von Pferden und Pflanzen Teil II

Ganz so einfach wie mit Pflanzen war es dann natürlich doch nicht. Aber immerhin einfacher als befürchtet.

Am Ankunftstag gab es zunächst eine Gruppeneinweisung in die Bedienung eines Pferdes, hier standen dann knapp ein Dutzend angehende Pferdespezialisten um Jacky, den Pferdehüter herum, und ließen sich zeigen, wie und in welcher Reihenfolge dem Pferd welche Gurte angelegt werden. Dann kam der Moment der Bewährung, ein Freiwilliger musste her, um das Gelernte auch anzuwenden.

Thorhall hatte mit seinem in Kanada erworbenen Hut die schönste Pferdeflüstereraura, das machte ihn prädestiniert für diese Aufgabe - und er hat sich wacker geschlagen. Nach ein bis zwei weiteren Durchgängen mit anderen Freiwilligen wussten wir, dass wir -zumindest theoretisch- alle super sind. Nun noch flott das Anschirren an den Wagen lernen, und dann war der Unterricht fürs Erste beendet.

Am nächsten Tag ging es dann gemeinsam auf die Weide, eine Herde zukünftiger Pferdewagenurlauber lernt ihre Fahrer kennen. Unsere Isa!

 

Das Anschirren hat dann sogar auch (fast) ohne Hilfe von Jacky geklappt, und offenbar haben wir uns auch gut genug geschlagen, dass er uns auch mit Isa alleine gelassen hat.


Die Reise konnte beginnen!
Tiru

Freitag, 9. September 2011

Wo ist die Palme?

Da wir ja unsere Isa alle naslang irgendwo anbinden müssen, sind wir mittlerweile wieder ganz schön geübt in den diversen Knoten. Favorit bleibt der doppelte Wusel.

Doch jetzt, am 5. Tag, geht es an die Kür. Wie ging bloß nochmal der Palsteeg?
da ist der Teich mit der Palme. Dann kommt die Schlange aus dem Teich, geht um die Palme herum, und taucht wieder in den Teich zurück.
Das ist der Lehrspruch für einen Palsteeg-Knoten. Doch diesen in die Tat umzusetzen, ist gar nicht so einfach... Irgendwie hilft es auch nicht, dass wir das alle schon mal gekonnt haben, die Palme bleibt verschwunden ;)

Zum Glück ist unsere Isa geduldig, und lässt uns auch mehrfach probieren. Und wir haben ja noch ein kleines Weilchen zum Üben!

Es knotet
Tiruba

00

Es gibt Themen, die sich bei einem solchen Urlaub nicht vermeiden lassen. Dass man ständig nach Pferd riecht, ist urlaubsimmanent. Umso mehr genießt man die Duschen, in denen es zwar wie so oft an Haken und Abstellflächen mangelt, aber wenn man alles irgendwo hin balanciert und aus dem Sprühradius der Dusche entfernt hat, wird man mit schönem heißen Wasser belohnt.
Aber es gibt noch andere sehr menschliche Bedürfnisse und dafür hat der Franzose ein Etablissement vorgesehen, dass er selbst „toilette turque“ nennt. Wir nennen es „französische Toilette“ oder schlicht „Stehklo“. Wer schon mal in Frankreich in Urlaub war, kennt die Dinger und hat sicherlich auch zunächst erschrocken geguckt und später geflucht. Wir hatten ja Hoffnung, das sich mittlerweile die deutsche Standardschüssel im wahrsten Sinne durchgesetzt habe, aber wir wurden leider eines Besseren belehrt.
Kann mir einer sagen, wozu man solche Toiletten braucht????

P.S.: Wir sind nun auf unserer 4. Station angekommen und hier – juchuuuuuu – gibt es tolle normale 00s. Man freut sich wirklich über die kleinen Dinge im Leben.....

Es sieht entspannt dem kommenden nächtlichen Gang entgegen
Orsina

Dienstag, 6. September 2011

Gut erzogene Herde

Der zweite Tag auf dem Roulotte. Isas Herde verhält sich brav. Sie hat bereits gelernt, dass Isa das Kraftfutter echt gerne mag und die Herde es ihr deshalb morgens und abends anzubieten hat. Außerdem bekommt die Herde davon nichts ab, aber immerhin bekommt sie leckere vogesische Kost. Außerdem weiß die Herde, dass Isa, wenn sie denn angeschirrt und startbereit ist, absolut keine Lust hat länger auf die Herde zu warten, die in der Zwischenzeit noch irgendwo herum kramt und Sachen verstaut oder Routenpläne liest oder die Bremsklötze einsammelt. Völliger Blödsinn so was. Wenn Isa eingespannt ist, dann geht es gefälligst auch los!
Während der Route laufen die meisten der Herdentiere. Es sitzen höchstens zwei oben auf dem Kutschbock – es könnte ja zu schwer werden für Isa. „DAS ARME PFERD!“ hat Isa der Herde schon super eingetrichtert. Wenn es auf der Route bergauf geht – und das kommt öfters vor – weiß die Herde, dass maximal einer auf dem Kutschbock sitzt. Auch das eher pro forma, denn eigentlich weiß Isa ja am besten wo es lang geht. Die anderen schieben gefälligst den Wagen mit hoch. Das ist zwar nur einer in Leichtbauweise, aber wenn Isa ein wenig unwillig und seeeeeehhhhhr langsam den Berg hinauf trottet, packen alle erschrocken mit an. DAS ARME PFERD! Wenn die Herde nicht kapiert, dass Isa nun lieber Gras fressen oder Wasser trinken möchte, bleibt sie halt stehen. Irgendwann kommen die dusseligen Zweibeiner schon drauf, worum es geht. Hat ja bei den anderen auch immer geklappt.....

Es gehorcht der Herde
Orsina

Montag, 5. September 2011

Tücken der Technik

Und hier also noch das Bild zur ersten Mittagspause, nicht mehr ganz so live ;)

Währenddessen haben Orsina und Demographus und viele viele Rinder noch ganz andere Tücken gemeistert, aber das ist eine andere Geschichte und soll zu anderer Zeit erzählt werden ;)

Es tüftelt
Tiruba

Neue Reihenfolge: Erst das Pferd füttern, dann den Blog füttern!



Orsi berichtet live von der ersten Mittagspause:
Unser Pferd Isa (Besondere Grüße an Achim und Momi *g*) steht dösend neben dem Wagen, hat rund herum das Gras abgefressen und macht einen zufriedenen Eindruck – soweit ich das als Nicht-Pferde-Kenner beurteilen kann. Der Kutscher Demographus liegt in der Sonne und döst. Der heute vornweg den Weg erkundende Thorhall liegt in der Sonne und....... döst. Tiruba liegt neben mir in der Sonne und schaut wie der UMTS-Stick funktioniert. Ob sie es richtig gemacht hat, werdet ihr merken, wenn dieser Live-Bericht im Internet erscheint. Ich sitze in der Sonne und füttere den Blog.
Zuvor haben wir Schoko-Croissants, Baguette und Cabanossi genossen und Kaffee gekocht. Isa wollte den Radius zum Grasen erweitern und mal kräftig an der Leine gerupft – und schwups, löste sich der Schäkel vom Halfter, die Leine baumelte gut fest gezurrt am Wagen und unser Pferd war.......... FREI! Wie es sich für Pferde-Anfänger gehört, haben wir aber gut aufgepasst und Isa wieder eingesammelt. War nicht ganz so schwer, denn spannender als die Freiheit war das in Reichweite gerückte saftige Gras.
Und weil es gerade viel zu schade ist, in diesem Moment den Blog zu füttern, werde ich mich nun der Mehrheitsentscheidung beugen, mich hinlegen und........ dösen!

Es döst
Orsina

Samstag, 3. September 2011

Von Pferden und Pflanzen

Im Vorfeld unserer Reise haben wir eine kleine Broschüre zugesandt bekommen, die uns unter anderem schon mal auf die Umstände eines Urlaubs mit Pferden vorbereiten sollte.

Dabei haben wir festgestellt, dass Pferde eigentlich wie Pflanzen sind:
- man soll viel mit Ihnen reden.
- man muss sie täglich gießen. (60-80 Liter trinkt so ein Pferd am Tag! Wow!)
- man muss sie regelmäßig düngen (mit Hafer und Äpfeln).
- man muss regelmäßig Unkraut und Steine jäten (aus Fell und Hufen).

Was soll uns also noch passieren, wenn wir derart gut vorbereitet sind?

Reisefiebrige Grüße von
Tiruba






Freitag, 2. September 2011

La musique

Les Francais haben in der Vergangenheit und auch heutzutage eine Menge guter Musik zu bieten. Seit 1994 gibt es dort ein Gesetz, dass die Radiosender verpflichtet, 40% des Musikangebots mit französischen Interpreten abzudecken. Vielleicht kommt dabei auch das eine oder andere heraus, dass man als französische Variante von WDR-4-Musik bezeichnen könnte, aber das gelangt dann jedenfalls nicht über die Grenze.
Stattdessen gibt es jede Menge grandioser Musik, die auf Französisch auch definitiv am besten klingt. Hardrock und Heavy Metal zählen nicht dazu.... :-)

Wie schon beim Kanada-Trip benötigt auch diese Tour einen Soundtrack und den Anfang macht ein Song, der mich hoffen lässt, dass wir den in diesem Jahr etwas schüchternen Sommer ja doch noch finden....



Es begrüßt den Sommer
Orsina

Donnerstag, 1. September 2011

Wie alles begann

Ich wurde immer mal wieder gefragt, wie um Himmels Willen man denn auf die Idee für einen solchen Urlaub kommt. Daher nun also die Geschichte, wie alles begann :)

Am Anfang war die Queste.
Es war ein lauer Frühlingsabend und wir läuteten die Grillsaison ein. Wobei Orsina und Thorhall noch eine besondere Aufgabe für den Abend vorbereitet hatten - und zwar ging es darum, dass die Hausbar zu voll war und wir darin Platz für ein neues Souvenir schaffen mussten.
Dieser Aufgabe haben wir uns sehr sorgfältig angenommen. Und erfolgreich. Und am Ende war noch dazu eine frische neue Idee geschlüpft: Unser nächster Urlaub sollte auf einem Planwagen stattfinden... eine Woche mit Zigeunerwagen und Pferd durch die Wildnis reisen. Wir fanden diese Idee am Ende unserer Queste sehr gut. :-)

Die noch junge Idee wuchs, gedieh, trug Früchte und dann haben wir eine Buchung geerntet: unser neuer Bob ist also ein roter Planwagen und unsere Wildnis beginnt schon ganz in der Nähe... schließlich wissen wir's ja alle - hinger Kölle fängk dä Dschungel an ;)

Aber jetzt ist erstmal ein anderes hübsches Liedchen dran... "Hoch auf dem roten Wagen" :))
Tiru


Erst Futter für den Blog, dann Futter fürs Pferd

Es ist wieder so weit! Team Bob Canada 1 hat sich zu einem neuen Abenteuer zusammen gefunden. Dieses Mal führt uns unsere Reise in die Vogesen an die Saône. Der Bob ist deutlich kleiner und vor allem weniger stabil ausgefallen. Dafür ist er absolut öko! Er wird von einem Pferd gezogen.
Die Crew ist ja auch in die Jahre gekommen und kann deshalb nicht mehr so schnell aufspringen, wie in den besten Zeiten von Bob Canada 1. Aber es sind alle wieder mit an Bord:
Tiruba hat die Aufgabe zu dolmetschen. Nein, sie heißt nicht Doolittle und kann nicht Pferdisch, aber eine ähnlich schwierige Sprache, nämlich Französisch.
Thorhall hat den in Canada erworbenen Hut wieder gerichtet und die dazu gehörenden Stiefel aus den Tiefen des Schrankes hervor geholt. Der Schuster wird staunen angesichts dieser antiken Handwerkskunst...
Der Knappe hat nun einen Namen. Er heißt Demographus und seine Aufgabe wird es sein, sicher zustellen, dass weder wir noch das Pferd sich verlaufen.
Und ich, Orsina, habe mir als Aufgabe eigentlich ausgesucht, während der Fahrt faul in der Sonne zu lümmeln und abends Wein und Käse zu genießen...

Vielleicht werde ich auch noch ein bißchen bloggen. Wer uns bis dahin näher kennen lernen möchte, kann sich ja erst einmal unsere Bobfahrt von 2007 anschauen.

Viel Spaß wünscht
Orsina

Mr. Ed - Intro (Opening Theme)

Für meinen ersten Urlaub mit einem Pferd gibt es nur ein mögliches Intro: